
Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird die Innovation bei SB-Geräten durch eine einzige Realität eingeschränkt: die enge Kopplung zwischen Hardware, Betriebssystemen und proprietären Software-Stacks. Laut dem Bericht ATM & Self-Service Software Trends 2025/26 beginnt sich diese Realität nun zu ändern – und der Katalysator dafür ist XFS4IoT.
Was ist XFS4IoT und warum es jetzt wichtig ist
XFS4IoT ist die neueste Entwicklungsstufe des bewährten CEN/XFS-Standards, der rund 90 % der weltweiten SB-Geräte antreibt. Der im März 2024 vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) veröffentlichte Standard XFS4IoT führt eine Cloud-native, API-gesteuerte und betriebssystemunabhängige Architektur ein.
In der Praxis hebt dies die historische Windows-Abhängigkeit auf und ermöglicht Banken:
Software für SB-Geräte auf verschiedenen Betriebssystemen auszuführen
Multivendor-Hardware einfacher zu integrieren
Geräte lokal oder über Cloud-Anwendungen anzusprechen und zu verwalten
In einer Zeit, in der der Support für Windows 10 ausläuft und die Migration auf Windows 11 Budgets und Ressourcen strapaziert, ist diese Flexibilität nicht mehr nur theoretisch, sondern von operativer Relevanz.
Eine Wissenslücke mit strategischen Konsequenzen
Trotz des Potenzials verdeutlicht der Bericht eine überraschende Realität: Nur 14 % der Banken geben an, XFS4IoT im Detail zu verstehen, während mehr als die Hälfte angibt, kaum oder gar nicht damit vertraut zu sein.
Sobald den Befragten jedoch die Funktionen von XFS4IoT aufgezeigt wurden, war das Interesse sofort groß:
30 % nannten die Unabhängigkeit vom Betriebssystem als attraktivsten Vorteil
28 % verwiesen auf Cloud-basierte Dienste für SB-Geräte
28 % hoben die flexible Hardware-Integration hervor
Diese Diskrepanz zwischen geringem Bewusstsein und hoher Relevanz deutet darauf hin, dass viele Institute heute langfristige Infrastrukturentscheidungen treffen, ohne die ihnen zur Verfügung stehenden Alternativen vollständig zu verstehen.
Geringere Kosten, schnellerer Wandel, stärkere Sicherheit
Der Bericht positioniert XFS4IoT als direkte Antwort auf drei der größten Hürden für Innovationen bei SB-Geräten, die von Banken identifiziert wurden:
Hohe Kosten
Veraltete Technologien (Legacy-Technologien)
Integrationsschwierigkeiten
Durch die Ermöglichung von Remote-Updates, zentralisierter Diagnose und Cloud-basierter Steuerung reduziert XFS4IoT die Notwendigkeit physischer Serviceeinsätze vor Ort – ein wesentlicher Treiber der Gesamtbetriebskosten. Gleichzeitig definiert die Spezifikation eine End-to-End-Sicherheit mit gegenseitiger Authentifizierung und adressiert damit die wachsende Angriffsfläche, die durch kontaktlose und vernetzte Dienste entsteht.
Das Gesamtbild: Vom SB-Gerät zur Plattform
XFS4IoT ist nicht nur ein technisches Upgrade. Es ist ein struktureller Wandel, der SB-Geräte in erweiterbare Plattformen statt in Maschinen mit fest vorgegebenen Funktionen verwandelt. In einer Landschaft, in der Banken Filialen schließen, den Betrieb auslagern und physische Kanäle mit digitalen abstimmen, ist dieser Wandel von grundlegender Bedeutung.
Der Bericht macht eines deutlich: SB-Geräte werden nicht verschwinden. Aber die Banken, die langfristig Wert aus ihnen schöpfen, werden diejenigen sein, die sich von den Einschränkungen veralteter Systeme befreien – und XFS4IoT erweist sich als ein Schlüsselwegbereiter für diesen Übergang.
Quellen:
ATM & Self-Service Software Trends 2025/26, ATM Marketplace & KAL ATM Software, 2025.
