Warum Cash-Recycling-SB-Geräte zu einem strategischen Aktivposten für Banken werden

Niklas Damhofer

Trotz jahrelanger Prognosen über eine bargeldlose Zukunft zeigen die ATM & Self-Service Software Trends eine andere Realität. Die Bargeldnutzung verschwindet keineswegs, sie verändert sich lediglich. Im Zentrum dieser Entwicklung steht der rasante Zuwachs von einzahlungsfähigen SB-Geräten mit Cash-Recycling-Funktionalität.
Bargeldeinzahlungen stärken die Relevanz von SB-Geräten
Dem Bericht zufolge verzeichnen 70 % der Banken eine gestiegene Kundennachfrage nach Bargeldeinzahlungen an SB-Geräten, was diese zur am schnellsten wachsenden Transaktionsart im SB-Bereich macht. Dieses Wachstum wird nicht nur von Privatkunden angetrieben. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spielen hierbei eine entscheidende Rolle.
Branchenanalysen im Bericht zeigen, dass 70 % des in Filialen eingezahlten Bargelds von KMU stammen und 75 % der KMU bereit sind, Gelder über SB-Geräte einzuzahlen. Der Hauptfaktor ist hierbei die Flexibilität. Viele Unternehmen erwirtschaften Bargeld außerhalb der klassischen Filialöffnungszeiten, was rund um die Uhr verfügbare Einzahlungs-SB-Geräte weitaus praktischer macht als den Service am Schalter.
Da das Filialnetz weltweit schrumpft, schließen SB-Geräte zunehmend diese Lücke – nicht mehr nur als reine Bargeldauszahler, sondern als stets verfügbare Einzahlungskanäle.
Cash Recycling senkt Kosten und Komplexität
Einzahlungsfähige SB-Geräte entfalten ihr volles Potenzial erst in Kombination mit Cash Recycling. Anstatt eingezahltes Bargeld als ungenutzten Bestand zu lagern, ermöglichen Recyclingsysteme es Banken, eingezahlte Banknoten direkt wieder für Auszahlungen bereitzustellen.
Der Bericht hebt mehrere konkrete Vorteile hervor:
Geringere Kosten für Werttransporte (CIT)
Weniger Befüllungszyklen
Verbesserte Bargeldverfügbarkeit über alle Stückelungen hinweg
Ein genanntes Beispiel zeigt eine Filiale, die ihre CIT-Anfahrten nach der Einführung von Cash Recycling von dreimal wöchentlich auf einmal alle zwei Wochen reduzieren konnte, was zu einer drastischen Kostensenkung beitrug.
Unterstützung eines geschlossenen Bargeldkreislaufs
Cash Recycling ermöglicht zudem das, was Banken zunehmend als geschlossenen Bargeldkreislauf bezeichnen. Einzahlungen lokaler Unternehmen gelangen durch Auszahlungen direkt wieder in denselben Kreislauf vor Ort. Das verringert die Abhängigkeit von externen Bargeldlieferungen und erhöht die Genauigkeit bei der cash-prognose.
Dieses Modell erweist sich in folgenden Bereichen als besonders wertvoll:
Bargeldintensive Märkte
Regionen mit geringer Filialabdeckung
Umfelder mit hohem Transaktionsvolumen im Einzelhandel und KMU-Bereich
Der Bericht stellt fest, dass Cash-Recycling-Systeme im Jahr 2024 stolze 59 % der weltweiten SB-Geräte-Auslieferungen ausmachten – ein Anstieg von 55 % im Vorjahr und ein klares Signal dafür, wohin Banken ihre Investitionsbudgets lenken.
Mehr als nur Kosteneinsparungen
Obwohl die Reduzierung von Kosten ein wesentlicher Treiber ist, geht es beim Cash Recycling auch um Ausfallsicherheit und Vertrauen. Mehrere im Bericht befragte Experten weisen darauf hin, dass die jüngsten Ausfälle digitaler Zahlungssysteme das Vertrauen der Kunden in Bargeld als technologieunabhängige Rückfallebene gestärkt haben.
In diesem Kontext sind recyclingfähige SB-Geräte keine veraltete Infrastruktur. Sie sind vielmehr Instrumente zur Risikominimierung, die den Geschäftsbetrieb auch dann sichern, wenn digitale Kanäle ausfallen.
Das Fazit
Cash Recycling ist längst kein Nischenfeature mehr. Es entwickelt sich zu einem zentralen Designprinzip für moderne SB-Netzwerke. Banken, die einzahlungsfähige Recycling-SB-Geräte als strategische Infrastruktur und nicht als reinen Kostenfaktor betrachten, positionieren sich zukunftssicher für eine Welt, in der Bargeld und digitale Kanäle nebeneinander existieren, statt miteinander zu konkurrieren.
Quellen:
ATM & Self-Service Software Trends 2025/26, ATM Marketplace & KAL ATM Software, 2025.