Warum SB-Geräte zum fehlenden Bindeglied zwischen digitalem und physischem Banking werden

Niklas Damhofer

Niklas Damhofer

Digitale Illustration im Flat-Design, die in der Mitte ein SB-Gerät zeigt, das als Brücke zwischen digitalem und physischem Banking dient. Auf der linken Seite nutzt eine Person ein Smartphone mit Cloud- und Sicherheits-Icons, was das digitale Banking darstellt. Auf der herstellerneutralen rechten Seite nutzt eine andere Person ein SB-Gerät nahe einem traditionellen Bankgebäude, was das physische Banking repräsentiert. Kettenglieder und gestrichelte Linien verbinden beide Seiten über das SB-Gerät. Der Hintergrund ist in hellem Beige mit Navy-, Teal- und Orangetönen gehalten, und ein navyblauer Balken am unteren Rand zeigt den Blog-Titel in fett gedrucktem weißem Text: „Why ATMs Are Becoming the Missing Link Between Digital and Physical Banking“.

Mobiles Banking hat sich zum dominierenden Kanal für alltägliche Finanzgeschäfte entwickelt. Laut dem Bericht „ATM & Self-Service Software Trends 2025/26“ bevorzugen mittlerweile 55 % der Verbraucher die Verwaltung ihrer Konten über mobile Apps – weit vor dem Online-Banking und physischen Filialen. Auf den ersten Blick scheint diese Verschiebung das SB-Gerät ins Abseits zu drängen. In Wirklichkeit definiert sie dessen Rolle neu.

Banken positionieren SB-Geräte zunehmend als „phygitale“ Gateways – physische Kontaktpunkte, die digitale Prozesse nahtlos mit realen Transaktionen verbinden.

Das Paradoxon: Weniger Filialbesuche, größere Abhängigkeit von SB-Geräten

Obwohl nur 5 % der Verbraucher SB-Geräte als ihren primären Bankkanal angeben, zeigt der Bericht, dass 51 % der Banken heute stärker auf SB-Geräte angewiesen sind als noch vor einem Jahr. Dieser scheinbare Widerspruch verdeutlicht eine grundlegende Veränderung: SB-Geräte sind keine eigenständigen Kanäle mehr, die mit mobilen Apps konkurrieren. Stattdessen werden sie zu Erweiterungen des digitalen Bankings.

Da Filialen schließen und Personal anderweitig eingesetzt wird, bieten SB-Geräte eine kosteneffiziente Möglichkeit, eine physische Präsenz aufrechtzuerhalten und gleichzeitig das zunehmend digitale Kundenverhalten zu unterstützen.

Kontaktlose und mobile Integration treiben den Wandel voran

Um diesen Übergang zu unterstützen, rüsten Banken die Funktionen ihrer SB-Geräte zügig auf. In den letzten zwei Jahren haben:

  • 55 % der Banken kontaktlose Transaktionen an SB-Geräten eingeführt

  • 49 % die Benutzeroberflächen der SB-Geräte verbessert

  • 39 % kanalübergreifende Transaktionen ermöglicht

  • 35 % eine QR-Code-Integration eingeführt

Diese Funktionen ermöglichen es Kunden, Aktionen auf ihren Mobilgeräten zu starten und sie in Sekundenschnelle am SB-Gerät abzuschließen. Kontaktlose Transaktionen an SB-Geräten dauern heute im Schnitt etwa 15 Sekunden und bieten Schnelligkeit, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Da keine Karte eingesteckt wird, sinkt das Risiko von Skimming, und eine Zwei-Faktor-Authentifizierung wird standardmäßig angewendet.

Die Benutzererfahrung ist jetzt eine strategische Priorität

Der Bericht zeigt, dass Banken Software für SB-Geräte zunehmend aus der Perspektive des Kundenerlebnisses betrachten. Bei der Auswahl eines Softwareherstellers für SB-Geräte gehörte ein verbessertes Benutzererlebnis neben Sicherheit und Systemintegration zu den wichtigsten Entscheidungskriterien.

Moderne Benutzeroberflächen für SB-Geräte werden so umgestaltet, dass sie die Erfahrungen aus dem Mobile- und Online-Banking widerspiegeln. In einem im Bericht genannten Beispiel konnte eine Bank die Transaktionszeiten nach der Einführung von responsiven Bildschirmen, geführten Animationen und personalisierten Shortcuts (wie vordefinierten Auszahlungsbeträgen) erheblich verkürzen.

Das Ziel ist klar: Interaktionen an SB-Geräten sollen sich wie eine Fortsetzung der digitalen Reise anfühlen und nicht wie ein Schritt zurück in der Zeit.

Schnelligkeit zuerst, dann Personalisierung

Im Gegensatz zu digitalen Kanälen werden SB-Geräte in stark frequentierten Umgebungen betrieben, in denen Schnelligkeit nach wie vor entscheidend ist. Der Bericht empfiehlt einen mehrstufigen Ansatz: Standardmäßig schnelle, einfache Transaktionen für die meisten Nutzer bereitzustellen, während Personalisierung gezielt eingesetzt wird, um häufige Aktionen noch schneller zu machen.

Durch das Erkennen wiederkehrender Kunden und die Priorisierung ihrer häufigsten Transaktionen können Banken sowohl die Effizienz als auch die Zufriedenheit steigern, ohne die Warteschlangen zu verlängern.

Das Fazit

SB-Geräte definieren sich nicht mehr darüber, was sie ersetzen, sondern darüber, was sie verbinden. Da Banken auf Digital-First-Strategien setzen, entwickeln sich phygitale SB-Geräte zur Brücke zwischen mobilem Komfort und physischem Bargeldzugang.

Institute, die in nahtlose Übergänge vom Smartphone zum SB-Gerät investieren, bewahren keine veraltete Infrastruktur. Sie bauen ein zusammenhängendes, zukunftsfähiges Banking-Ökosystem auf, in dem sich physische und digitale Kanäle gegenseitig verstärken.

Quellen

ATM & Self-Service Software Trends 2025/26, ATM Marketplace & KAL ATM Software, 2025.