SB-Geräte-Pooling-Netzwerke: Wie smarte Banken Kosten um 40 % senken und den Bargeldzugang zukunftssicher gestalten

Niklas Damhofer

Bargeld stirbt nicht aus. Es wird lediglich teurer. In ganz Europa stellen Banken fest, dass der Betrieb eigener SB-Geräte-Flotten finanziell nicht mehr sinnvoll ist, und die klügsten von ihnen haben bereits einen Ausweg gefunden. Sie legen ihre Geräte zusammen, teilen sich die Kosten und halten dennoch alle Kunden zufrieden. Willkommen bei der stillen Revolution, die die Bargeldversorgung durch Banken grundlegend verändert.
Was ist ein SB-Netzwerk (ATM Pooling)?
Ein solches Netzwerk entsteht, wenn zwei oder mehr Banken das Eigentum an ihren SB-Geräte-Flotten auf eine einzige, neutrale Gesellschaft übertragen, die alle Geräte in deren Namen betreibt. Die Treiber dahinter sind Kostendruck, sinkende Rentabilität im SB-Kanal und ein Überangebot in Gebieten, in denen konkurrierende Banken ihre Geräte nur wenige Meter voneinander entfernt aufstellen. Anstatt dass fünf Banken fünfmal für eine sich überschneidende Infrastruktur bezahlen, bedient ein herstellerneutrales Netzwerk alle Parteien.
Die Zahlen, die Europas größte Banken überzeugt haben
Der Business Case spricht für sich selbst. Als fünf große schwedische Banken (SEB, Nordea, Swedbank, Danske Bank und Handelsbanken) im Jahr 2010 die Gesellschaft Bankomat gründeten, reduzierten sie ihre gemeinsame Flotte von 2.700 Terminals auf 1.200 und senkten die Verwaltungskosten für das SB-Netzwerk um 40 %.
Die Niederlande folgten 2019 mit Geldmaat. ABN AMRO, ING und Rabobank schrumpften gemeinsam 6.400 SB-Geräte auf rund 3.800, garantierten aber dennoch, dass 99 % der niederländischen Karteninhaber im Umkreis von fünf Kilometern um ein Gerät wohnen [Quelle: Tietoevry, tietoevry.com]. Das belgische Unternehmen Batopin, das von BNP Paribas Fortis, Belfius, ING und KBC getragen wird, strebt denselben Richtwert von 5 km für 95 % der Bevölkerung an. Brasiliens TecBan betreibt über 23.000 gemeinsam genutzte SB-Geräte unter der Marke Banco24Horas und sparte einer einzigen Mitgliedsbank pro Jahr 500.000 US-Dollar ein, indem einfach 8.000 redundante Geräte abgebaut wurden.
Warum ein gemeinsames SB-Netzwerk den Alleingang schlägt
Eine gemeinsam genutzte Infrastruktur bietet Vorteile, die keine Bank im Alleingang erreichen kann:
Geringere Betriebskosten: Installation, Werttransporte, Wartung und Sicherheitskosten werden auf alle teilnehmenden Institute aufgeteilt
Größere Reichweite: Gemeinsame Flotten erreichen ländliche und unterversorgte Gebiete, in denen eine einzelne Bank kein Terminal rechtfertigen könnte.
Modernisierte Standortwahl: Banken überdenken Standorte und verlegen Geräte aus veralteten Filial-Lobbys in Einkaufszentren und Verkehrsknotenpunkte, wo sich die Kunden tatsächlich aufhalten.
Vorteile bei der Nachhaltigkeit: Weniger Geräte bedeuten einen geringeren Energieverbrauch und weniger Emissionen durch Werttransporte.
Fazit
Die Zusammenlegung zu einem SB-Netzwerk ist kein kurzfristiger Trend. Es ist das neue Modell für die Bargeldversorgung. Banken, die jetzt handeln, senken Kosten, binden Kunden und erfüllen die strenger werdenden staatlichen Vorgaben für den Zugang zu Bargeld. Wer abwartet, wird mehr bezahlen, um weniger zu erreichen. Der Fahrplan existiert bereits. Die einzige Frage ist, wer ihn als Nächstes umsetzt.
Quellen
Tietoevry — ATM Pooling: A cost-effective solution for a new cash reality
Auriga — ATM Pooling (Quick Guide)
bobsguide — A quick guide to ATM pooling
ATM Marketplace — ATM pooling leads to branch transformation
Datos Insights — Pooling Resources: How ATM Deployers Are Finding New Ways to Optimise Networks
ATMIA — ATM Pooling: Enhancing Efficiency and Reducing Costs in Cash Management
The Fintech Times — How can ATM Pooling Transform Access to Cash?
ATM Marketplace — Innovative Models for Efficient and Sustainable ATM Channel Management